Zum Tod unseres Ratsherrn Eike Starck

Veröffentlicht am 25.04.2020, 21:24 Uhr     Druckversion

Eike Starck

Vor wenigen Tagen ist Eike Starck plötzlich verstorben. Als ich am Mittwochmorgen von seinem Tod erfuhr, war ich entsetzt, erschüttert und sehr traurig. Mir war sofort klar, dass wir einen unserer Besten verloren haben. Eike Starck war ein herzensguter Mensch, in Wilster sehr bekannt und stets bereit, Aufgaben zu übernehmen und sich für andere Menschen einzusetzen.  Eike Starck wäre am 8. Mai 63 Jahre alt geworden. 

Er war geschieden. Seine erwachsene Söhne leben in Dänemark und in Poßfeld. Auf sein 2-jähriges Enkelkind in Dänemark war er sehr stolz. 

Während er früher in seinem Beruf als Großhandelskaufmann ausschließlich in Itzehoe tätig war, hatte sich sein Aufgabenbereich verändert.  Er war in den letzten Jahren als Vertriebskaufmann täglich in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen unterwegs. Er besuchte Elektrounternehmen und versorgte sie mit Haushaltsgeräten.

Eike Starck war aktiver Ratsherr der Stadt Wilster.  Seit seiner Jugend war er politisch engagiert, er war 1975 an der Gründung des Jugendzentrums in Wilster beteiligt und war in der damaligen DGB-Jugend aktiv. Nach seinem Eintritt in die SPD engagierte er sich 1986 sofort in der Kommunalpolitik. Er wurde auf Anhieb Vorsitzender des Sozialausschusses der Stadt. In dieser Funktion hat er den Umzug des Jugendzentrums in geeignetere Räume vorangetrieben. Außerdem ist es seiner Initiative zu verdanken, dass es in Wilster einen Sozialpass für Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger gibt. Der Pass wird z.B. für kostenlose Busfahrten in die Kreisstadt und für freien Eintritt ins Hallenbad genutzt. Gegen den Widerstand vieler hat er sich 1989 dafür eingesetzt, dass der damalige Kindergarten baulich um einen Gruppenraum erweitert wurde, um die Warteliste abzubauen.

In seiner fast 20-jährigen Funktion als Finanzausschussvorsitzender trat er einerseits stets als Bremser auf, wenn er der Meinung war, dass bestimmte Ausgaben, den Haushalt der Stadt Wilster überstrapazieren würden. Andererseits war es stets sein Bestreben, trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen in der Stadt Wilster ein Minimum an freiwilligen Leistungen zu erhalten. Im Werkausschuss hat er sich beharrlich für den Erhalt der eigenen Stadtwerke und des Wasserwerks Kleve stark gemacht. Er hatte auch hohes Interesse, das Aufgabenspektrum der Stadtwerke zu erweitern. Sein Bestreben war es, Wilster so mitzugestalten, dass die Menschen hier behaglich wohnen können. Alle Investitionen der letzten Jahrzehnte wie z.B. Sanierung der Rathäuser, der Schleuse Kasenort, des Hallenbades und des Trichters und Colosseums, Ausbauten von Straßen wie  z.B. Deichstraße, Rumflether Straße, Zingelstraße, Blumenstraße, Allee, Johann-Meyer-Straße, Rathausstraße und Bischofer Deich, die Neubauten der Kita, die Schaffung von Gewerbe- und Wohngebieten, Brückenbauten und den Bau von innerörtlichen Umgehungsstraßen hat Eike Starck mit unterstützt und vorangetrieben.

Am 2. November 2016 wurde sein langjähriges ehrenamtliches Wirken mit der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel gewürdigt. Die Verleihung erfolgte durch den damaligen Innenminister Stefan Studt im Landeshaus in Kiel.

Eike war auch auf anderen Feldern sehr aktiv. Er engagierte sich im Vorstand des Wilsteraner Vereins „Steinburg sozial“ für junge Menschen ohne Arbeit. Schon beim Vorgängerverein „Jugend und Beruf“ war er Gründungsmitglied und im Vorstand.  

Am Herzen lagen ihm die Rechte der Arbeitnehmer. Als langjähriger DGB-Ortskartellvorsitzender hatte er mehr als zwanzig Maikundgebungen und andere Diskussionsveranstaltungen in Wilster organisiert. Seit 1999 war er Schriftführer im „Verein zur Belebung der Städtepartnerschaft zwischen den Städten Wilster und Nowy Staw“. An den Begegnungen mit den Freunden aus Polen hatte er viel Spaß. An unserem Verlosungsstand auf dem Weihnachtsmarkt war er einer der fleißigsten Losverkäufer.  Einen Ausgleich fand er beim Singen in einem Glückstädter Chor und beim Aktienhandel der „Hamster“ im Wilsteraner Aktienclub. 

Eike Starck war ein gestandener Sozialdemokrat und auf allen SPD-Veranstaltungen präsent.  Er war  kein Vielredner, aber hat sich dann zu Wort gemeldet, wenn er es für notwendig hielt. Er war pflichtbewusst, gewissenhaft und fleißig. Man konnte sich auf ihn verlassen. Seine Besonnenheit, Übersicht und Menschlichkeit werden uns fehlen.  Er hat sich fast vier Jahrzehnte um das Allgemeinwohl der Marschenstadt Wilster verdient gemacht. Er hat viele Spuren hinterlassen und wird lange im Gedächtnis vieler Menschen bleiben.  Er war mein Freund, ich habe ihm viel zu verdanken und werde ihn nicht vergessen. 

Helmut Jacobs




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